Am 1. Jänner haben wieder Millionen von Menschen das neue Jahr mit guten Vorsätzen begonnen. Sehr oft geht es um die eigene Gesundheit: Abnehmen, eine bessere Ernährung und mehr Sport ist bei vielen ziemlich weit vorne gereiht. Eine Diät wird begonnen, oder auf eine neue Ernährungsform geschworen. Die Fitnessclubs sind zum Bersten voll und die Motivation schießt in den Himmel. Der innere Schweinehund (sprich die Selfsabotage) muss aufgrund der vorherrschenden Disziplin und Willenskraft kapitulierend das Feld räumen. Doch geht das Tierchen mit einem leicht verschmitzten Lächeln von dannen, wohl wissend, dass es bald wieder einziehen kann.
Mit den guten Vorsätzen ist das so eine Sache. Bei den meisten funktionieren sie drei oder vier Wochen, manche schaffen es bis in den Februar hinein, den „Plan für ein gesünderes Leben“ durchzuhalten. Doch früher oder später kommt der ganz normale Alltag mit seinen Herausforderungen dazwischen. Der neue Plan muss leicht adaptiert werden, dann noch einmal und dann noch einmal. Spätestens im März ist die Luft raus, und alles ist so wie vorher. Die guten Vorsätze haben wieder einmal nicht funktioniert, und die Frustration ist groß.
Fakt ist: rund 91% der Neujahrsvorsätze scheitern.
Doch wir brauchen nicht zu verzagen, es geht auch anders! Es gibt eine Erklärung, warum das Scheitern der meisten Vorsätze vorprogrammiert ist, und die hat mit unserer Einstellung und unseren Erwartungen zu tun. Unterwerfen wir uns viel zu strengen Regeln, wird dadurch unser Perfektionismus angekurbelt. Wir nehmen uns Dinge vor wie „nie mehr naschen“, „jeden Abend ins Fitnessstudio gehen“, oder „Zucker und weißes Mehl streichen“. Damit setzen wir unser Schwarz-Weiß-Denken in vollen Gang. Entweder wir sind dabei (folgen allen Regeln zu 100 Prozent), oder wir vermasseln es, und unser ist-eh-alles-egal-Denken setzt ein. Dann finden wir uns statt in der Yogastunde auf der Couch wieder und essen mit schlechtem Gewissen die übrig gebliebenen Weihnachtskekse.
Wenn wir strenge Regeln aufstellen, setzen wir uns damit enorm unter Druck. Unsere Ängste werden geschürt, Stress entsteht in unserem Körper. Denn was ist, wenn wir doch der Schachtel Pralinen ganz hinten im Küchenschrank nicht wiederstehen können? Wenn wir es nicht zur Gymnastikstunde schaffen? Dann haben wir versagt. Früher oder später bestätigt sich unsere Vorahnung. Wir essen ein Stück der Pizza, die nicht auf unserem ausgeklügelten low-Carb-slow-Carb-Paleo-Ernährungsplan steht. Jetzt ist eh schon alles egal, denken wir, und der „what-the-hell-effekt“ setzt ein. Warum nicht gleich alle Regeln brechen? Morgen fangen wir dann wieder neu an. Doch macht das Sinn? Wenn wir auf einer Stufe stolpern, würden wir uns deswegen gleich die ganze Treppe hinunterstürzen?
Wirkliche Veränderung kommt ohne starre Regeln und strikten Plänen aus. Es sind die kleinen Entscheidungen, die wir täglich treffen, die letztendlich den Unterschied machen. Der Spaziergang nach dem Abendessen. Statt einer Tafel Schokolade nur eine Rippe essen. Den Snack weglassen, oder den Zucker im Kaffee. Das klingt für den inneren Schweinehund, der sich in unserer Zebra-Denkweise breit gemacht hat, jedoch ziemlich langweilig. Er braucht großes Drama….
Wie wirkliche Veränderung funktioniert, habe ich auch in meinem neuen Buch beschrieben, das die kommenden Tage auf den Markt kommt. Es heißt „Fastenglück“ – und darin geht es um wesentlich mehr als nur um das Fasten. Mehr davon in Kürze in meinem nächsten Blog!